Die Schulprojekte des Atert-Lycée

In Luxemburg können (technische) Gymnasien vonseiten des Ministeriums eine Förderung ihrer schulinternen, pädagogischen Zielsetzungen beantragen. Nach Vorlage ausführlicher Bewerbungsunterlagen kann einer Einzelschule ein sogenanntes „Projet d’établissement“ (ProEt) bewilligt werden. Im Rahmen eines solchen ProEt wird eine Einzelschule finanziell und personell („décharges“) in ihren Bemühungen unterstützt. Die Dauer eines ProEt reicht von 1-3 Jahren. In regelmäßigen Abständen müssen die Vertreter der Schule Rechenschaft über den Werdegang ihres Projekts sowie über die aktuelle Finanzsituation ablegen.

Unser erstes Schulprojekt ProET1: Sept 2008 - Juli 2012 wurde im Juli 2012 abgeschlossen. Das zweite Schulprojekt ProET2: Sept 2012 - ... befindet sich in der aktiven Phase.

Beschreibung

Sept 2008 - Juli 2012 

L'évaluation des performances scolaires dans un enseignement par compétences et par tâches

Das erste ProEt des Atert-Lycée (ProEt1) trägt den Namen „L'évaluation des performances scolaires dans un enseignement par compétences et par tâches“. Sein Hauptanliegen liegt in einer besseren schulischen und beruflichen Orientierung der Schüler. Um dieser recht allgemein formulierten Zielsetzung langfristig gerecht zu werden, wurden in den letzten Jahren eine Vielzahl von Instrumenten entwickelt, die mit Sicherheit zur Avantgarde des Luxemburger Schulwesens gezählt werden dürfen. Das ProEt1 des ALR versucht dabei, in nahezu allen sensiblen Bereichen der Schulkultur strukturelle Meilensteine dauerhaft zu verankern:

 

1. „Musteraufgabenpool“ (Digitale Sammlung von Musteraufgaben mit Vorbildcharakter)

2. „Wochenplan“ (Digitale Verwaltung des Wochenplans) - (Beispiel PDF Datei)

3. „Epreuves communes internes“ (Schulinterne Vergleichsarbeiten)

4. „Annexe au bulletin“ (Digitale Verwaltung des Zusatzzeugnisses zum Sozialverhalten und zur Mitarbeit der Schüler)

5. Schulinterne Evaluation (Onlineumfragen: „Schulbarometer“, „Feedbackformular zum Unterricht“, „Umfrage zur Lehrerbelastung“, weitere Umfragen zur Wirksamkeit einzelner pädagogischer Instrumente; Evaluation und Dokumentation des Projekts ...)

Diese 5 Glieder der „ALR-Lernkette“ sollen zu einer qualitativ hochwertigen Lernkultur beitragen, die sich anschließend ohne finanzielle oder personelle Zuwendungen selbst trägt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf einer höheren und homogeneren Unterrichts- und Evaluationsqualität, einem nachhaltigeren Lernen und aussagekräftigeren Angaben zum Lernen und zum Sozialverhalten der Schüler. Das Ziel ist also eine kohärente Lern- und Evaluationskultur, deren Elemente sich nicht nur wechselseitig bedingen, sondern auch verstärken.

Das „Aushängeschild“ des ProEt1 ist die „ALR-Toolbox“. Sie ist über das Internet zugänglich und gewissermaßen eine digitale „Schaltzentrale", die (bald) ALLE wichtigen pädagogischen Instrumente des ALR an einem Ort zusammenfassen wird. Die „ALR-Toolbox“ ist auf maximale Benutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit ausgelegt. Dabei gehen wir von der folgenden Maxime aus: „Alles, was leicht zu handhaben ist und die Arbeit der Lehrer merklich vereinfacht und/oder verbessert, setzt sich auch langfristig durch. Und in letzter Konsequenz profitieren hiervon nicht nur die Lehrer, sondern auch die Schüler.“

 

 

Auf Wunsch des Conseil d’administration des CCPE wurde im Mai 2011 ein Verlängerungsjahr für unser Projekt beantragt. Im Laufe dessen wurden die bisherigen Arbeiten fortgesetzt und innerhalb der folgenden Bereiche in Ansätzen inhaltlich vertieft:

Schulinterne Personalentwicklung

Alternative Evaluationsprodukte

Alternative Evaluationsmodelle (Skala, Rhythmus ...)

Interdisziplinarität und Talentförderung Verstärkte Vernetzung von Evaluation und Schul- bzw. Berufsorientierung

Im Oktober 2012 endet das ProEt1 definitiv. Da sich das Projekt in den letzten Jahren insgesamt bewährt und maßgeblich zu einer Schärfung des Schulprofils beigetragen hat, besteht der Wunsch, die einzelnen Elemente des Projekts künftig auf Schulleitungsebene gezielt weiterzuentwickeln.

Sept 2008 - Juli 2012

Vom Projekt zur Schulstruktur und zum Schulprofil

Das pädagogische Projekt des ALR ist - wie jedes andere Projekt auch - zeitlich begrenzt. Eine spezifische Herausforderung besteht deshalb in der Überführung der weiter oben dargestellten Projektinhalte in eine dauerhafte Schulstruktur. Hierbei ist davon auszugehen, dass sich Innovationen vor allem dann durchsetzen, wenn sie bei allen Schulpartnern Akzeptanz finden. Eine solche Akzeptanz entsteht beispielsweise bei Lehrern, wenn diese merken, dass sich ihre Arbeit durch die Innovationen vereinfacht und/oder qualitativ verbessert. Allgemeiner ausgedrückt: Jede Innovation muss letztlich beweisen, dass sie nicht nur Mehrarbeit, sondern auch einen Mehrwert generiert. Und zwar unabhängig davon, ob sie Schüler, Lehrer, die Schulleitung oder alle gemeinsam betrifft.

Im Falle des ALR ging es in den letzten Jahren vornehmlich darum, in einer sehr jungen Schule pädagogische Instrumente wie Wochenplan, ECI, FOLA, COACH usw., strukturell zu verankern. Im Zuge dessen gelang es bereits in Ansätzen, eine professionelle Lehr- und Lerngemeinschaft zu schaffen. Nach dem Auslaufen des pädagogischen Projekts gilt es aber, das bislang Erarbeitete dauerhaft in der Schulstruktur zu implementieren, weiterzuentwickeln und den pädagogischen Mehrwert aller Innovationen beständig zu vergrößern, um so für zusätzliche Akzeptanz bei allen Schulpartnern zu sorgen.

Da sich das pädagogische Projekt des ALR in den letzten Jahren insgesamt bewährt und maßgeblich zu einer Schärfung des Schulprofils beigetragen hat, erscheint es angebracht, die einzelnen Elemente des Projekts künftig mittels eines noch zu schaffenden Postens innerhalb einer erweiterten Schulleitung weiterzuentwickeln. Dieser Posten braucht einen klar umrissenen Arbeitsauftrag, wobei vornehmlich zwei Entwicklungsperspektiven berücksichtigt werden sollten.

Eine erste Entwicklungsperspektive betrifft die Lehrer, da selbst die besten pädagogischen Instrumente und Strukturen letztlich von den Personen abhängen, die sie mit Leben erfüllen. Dementsprechend muss im ALR künftig noch mehr Energie in eine fächerübergreifende, schulinterne Lehrerfortbildung gesteckt werden, die möglichst alle Lehrer auf wesentliche gemeinsame Ziele einschwört. Zudem müssen gerade Berufsanfänger noch besser auf die spezifischen Anforderungen des Lehrberufs im ALR vorbereitet werden. Eine solche schulinterne Lehrerfortbildung muss sowohl psychologische Aspekte wie die Lehreridentität als auch praktische Elemente wie die Konzeption von Unterrichtsprojekten oder Klausuren beinhalten.

Die zweite Entwicklungsperspektive betrifft die Optimierung der vorhandenen Instrumente der ALR-Lernkette. So könnte eine gezielte Weiterentwicklung der schulinternen Vergleichsarbeiten (ECI) beispielsweise folgende Phasen vorsehen.

Phase 1: Es wird ein besserer Austausch zwischen einzelnen Fachschaften (Sprachen, Mathe/Naturwissenschaften ...) gefordert und gefördert. Auf diese Weise wird die Qualität der Tests weiter gesteigert und ein „Abdriften“ einzelner Fächer in eine ungünstige Richtung verhindert.

Phase 2: Jede Fachschaft erstellt eine verbindliche ECI-Checkliste. Hierbei handelt es sich um einen Anforderungskatalog, der bei jeder ECI abgearbeitet werden muss. Eine solche Checkliste ist notwendig, um eine gleichbleibend hohe Testqualität zu gewährleisten.

Phase 3: Es erscheint durchaus denkbar, dass es in einigen Jahren fächerübergreifende ECIs gibt. Auf diese Weise kann die Zahl der schulinternen Vergleichsarbeiten möglicherweise reduziert und die Interdisziplinarität weiter gefördert werden. Gleichzeitig kann die Testqualität durch die Fächerzusammenarbeit weiter gesteigert werden.

Phase 4: Aus einer fächerübergreifenden Vergleichsarbeit könnte in einigen Jahren in bestimmten Klassen eine fächerübergreifende Projektarbeit mit komplexer und anspruchsvoller Fragestellung werden. Diese könnte möglicherweise sogar von zwei Schülern aus zwei unterschiedlichen Klassen über einen längeren Zeitraum bearbeitet werden. Auch hierdurch könnte die absolute Testzahl reduziert und die Testqualität weiter gesteigert werden.
Für alle anderen Elemente der ALR-Lernkette müssen selbstverständlich auch Entwicklungsperspektiven entwickelt werden, wenn eine systematische Schulentwicklung im ALR stattfinden soll. Hierbei ist es wichtig, behutsam vorzugehen und ausreichend Zeit für die einzelnen Entwicklungsschritte der pädagogischen Instrumente vorzusehen. Am Ende dieser Entwicklung wird dann ein klar umrissenenes Schulprofil stehen, das das ALR deutlich von anderen Einzelschulen unterscheiden wird.

Neben diesen Konsolidierungsbemühungen muss es aber auch neue Innovationsbemühungen geben. Dies wird z.B. einerseits mittels eines neuen pädagogischen Projekts mit anderen Schwerpunkten geschehen. Andererseits wäre die Bildung einer „ALR-Denkfabrik“ wünschenswert. Hierbei handelt es sich um eine kleine Arbeitsgruppe, die im Dienste des ALR und ohne jegliches Denkverbot gänzlich neue pädagogische Konzepte entwickelt und ausprobiert. Von diesem pädagogisch-didaktischen Laboratorium mit Avantgarde-Charakter können in der Folge weitere wertvolle Impulse für die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie für die Ausarbeitung von alternativen Evaluationsprodukten ausgehen.

In Luxemburg können Gymnasien vonseiten des Unterrichtsministeriums eine Förderung ihrer pädagogischen Zielsetzungen beantragen. Nach Vorlage ausführlicher Bewerbungsunterlagen kann einer Einzelschule ein sogenanntes „Projet d’établissement“ (ProEt) bewilligt werden. Im Rahmen eines solchen pädagogischen Projekts unterstützt das Ministerium eine Einzelschule finanziell und personell in ihren pädagogischen Bemühungen. So können beispielweise einige Lehrer für ein paar Stunden vom Unterricht befreit werden, um sich der Arbeit am Projekt zu widmen. Die Dauer eines ProEt reicht von einem bis zu drei Jahren, wobei die Vertreter der Schule in regelmäßigen Abständen Rechenschaft über den Werdegang ihres Projekts sowie über die aktuelle Finanzsituation ablegen müssen.

Das ProEt des Atert-Lycée (ALR) trägt den Namen „L'évaluation des performances scolaires dans un enseignement par compétences et par tâches“. Sein Hauptanliegen liegt in einer besseren schulischen und beruflichen Orientierung der Schüler. Gleichzeitig zielt das Projekt auf eine hohe und homogene Unterrichts- und Evaluationsqualität ab, es fördert nachhaltiges Lernen und strebt nach aussagekräftigen Angaben zum Lernen und zum Sozialverhalten der Schüler. Das Ziel ist also eine kohärente Lern- und Evaluationskultur, deren Elemente sich nicht nur wechselseitig bedingen, sondern auch verstärken.  Das Projekt setzt ausdrücklich auf Lehrerkooperation und Austausch. Hierbei geht es vorwiegend um das gemeinsame Nachdenken über Unterricht und Evaluation, aber auch um das gemeinsame Erarbeiten einer Diskussionskultur auf der Metaebene von Schulentwicklung und Bildungspolitik.

Um diesen ehrgeizigen Zielsetzungen gerecht zu werden und eine gezielte Schulentwicklung zu ermöglichen, sind in den letzten Jahren eine Vielzahl von Instrumenten entwickelt worden, die gemeinsam als „ALR-Lernkette“ bezeichnet werden.

  • Am Anfang der „ALR-Lernkette“ steht der Musteraufgabenpool. Hierbei handelt es sich um eine überschaubare, digitale Sammlung von hochwertigen Musteraufgaben mit Vorbildcharakter. Der Musteraufgabenpool definiert die Qualität von Unterricht und Evaluation, die im ALR angestrebt wird.
  • Der Wochenplan führt die Aufgaben aus den einzelnen Unterrichtsfächern zusammen, die die Schüler einer Klasse während einer Woche erledigen sollen. Er fördert das autonome Arbeiten der Schüler dahingehend, dass sie lernen, sich ihre Arbeit einzuteilen. So können sie die Reihenfolge der Aufgaben, die sie bearbeiten sowie ihren Arbeitsrhythmus  selbst bestimmen.
  • Die FOLA-Stunden (follow up learning activities) sind meist drei Übungsstunden, die in den Wochenstundenplan der Schüler integriert und für die Arbeit am Wochenplan gedacht sind. Hierbei werden die Schüler von einem Lehrer der Klasse unterstützt.
  • In der Unterstufe gibt es pro Klasse drei Lern-Coachs, die jeweils eine Gruppe von 7-8 Schülern bei ihrem Lernen beraten und unterstützen.
  • Die „Epreuves communes internes“ (ECI) sind schulinterne Vergleichsarbeiten, die in der Unterstufe pro Klassenstufe durchgeführt werden. Die ECIs sind kompetenzorientiert und orientieren sich an den Sockelkompetenzen, die pro Jahrgang national angestrebt werden.
  • Die „Annexe au bulletin“ des ALR ist eine Ergänzung zum normalen Zeugnis. Sie macht Aussagen zum Sozialverhalten und zur Mitarbeit eines Schülers und liefert so wertvolle Informationen für Eltern oder Arbeitgeber.
  • Die schulinterne Evaluation sammelt bei Schülern, Eltern und Lehrern Informationen zu allen sensiblen Bereichen der Schulkultur. So werden beispielsweise die schulinternen Vergleichsarbeiten statistisch ausgewertet und  es gibt u.a. ein „Schulbarometer“, ein „Feedbackformular zum Unterricht“, eine „Umfrage zur Lehrerbelastung“ sowie mehrere Umfragen zur Wirksamkeit einzelner pädagogischer Instrumente. Aufgrund der Erkenntnisse der schulinternen Evaluation kann die Schulentwicklung gezielt vorangetrieben werden.
  • Ein weiteres wichtiges Utensil des ProEt ist die ALR-Toolbox. Sie ist für die Lehrer über das Internet zugänglich und gewissermaßen eine digitale „Schaltzentrale", die alle wichtigen pädagogischen Instrumente des ALR an einem Ort zusammenfasst. Mit der Toolbox werden beispielsweise der Wochenplan und das Zusatzzeugnis verwaltet.

Diese insgesamt acht Glieder der „ALR-Lernkette“ sollen gemeinsam zu einer qualitativ hochwertigen Lernkultur beitragen, die sich fortwährend hinterfragt und weiterentwickelt.

Sept 2012 - ... (Kurzfassung)

 

Den Atert-Lycée a säin Emfeld - eng talentéiert Régioun!

Das zweite pädagogische Projekt des ALR mit dem Titel „Den Atert-Lycée a säin Emfeld –eng talentéiert Régioun!“ verfolgt vornehmlich zwei Hauptziele:

Talentförderung und Berufsorientierung: Ausarbeitung und strukturelle Verankerung eines systematischen und ganzheitlichen Konzepts der Schülerförderung


Region: 

Das ALR als regionales Zentrum der Kreativität, Wissenschaft, Kultur und des Sports

Innerhalb dieser beiden Hauptanliegen werden die folgenden Unterziele angestrebt:

- Talentsichtung sowie Talent- und Exzellenzförderung

- Förderung der Eigenverantwortung und des Initiativgeistes beim Schüler

- Abbau von Berührungsängsten der Schüler mit der Berufswelt

- Kooperationen mit Partnern aus der regionalen Berufswelt

- Förderung von praxisnahen Schulprojekten mit kaufmännischem Charakter

- Förderung von Schulprojekten mit wissenschaftlichem und/oder kulturellem Charakter

 

Welchen „Mehrwert“ versprechen wir uns von unserem Projekt?

- Ganzheitliche Schulbetrachtung

- Wertschätzung des Potenzials, das in der Schule und der Region liegt

- Dynamisierung von Schule und Region

- Verbesserung des Schulklimas

- Abbau der Distanz zwischen Schule und Außenwelt

- Offensive und positive Außendarstellung des ALR

Im Schuljahr 2015/2016 widmen sich die folgenden Lehrer dem ProEt2: Angie Adams, Manuel Bissen, Gaby Gaasch, Martine Klees, John Klemmer, Jean-Marie Majerus und Mike Raas.

Anvisierte Gruppen: sämtliche Schüler des ALR, regionale Berufswelt, regionale Vereine und Organisationen ...

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